«Wir sind rundum für Sie da»

Patrick Güngerich, mit Uwe Stolzmann

Patrick Güngerich, mit Uwe Stolzmann

02. November 2025

Jeder Kunde soll sich ernst genommen fühlen. Und dafür tut er fast alles. Patrick Güngerich ist bei uns Leiter des Bereichs «Kundenberatung Versicherte». Warum begeistert er sich ausgerechnet für die berufliche Vorsorge? Und wofür brennt er am Feierabend?

Pensionskassen haben mich schon immer fasziniert. Denn Altersvorsorge ist so ein wichtiges Thema, es betrifft jeden. Als ich noch jünger war, wusste kaum einer meiner Freunde und Bekannten, worum es geht. Das war für mich schwer nachvollziehbar. 

Ich bin 1984 geboren, in Münchenstein BL. Zurzeit wohne ich mit meiner Frau und unseren zwei Söhnen in Sissach. Fundament für meinen Beruf war eine Ausbildung in der Versicherungsbranche. Danach habe ich mich im Bereich der Sozialversicherungen weitergebildet, mit Fokus auf die berufliche Vorsorge. Und ich machte einen Exkurs in Richtung Betriebswirtschaft – um das grosse Ganze besser zu verstehen.

Die Themen einer Pensionskasse sind sehr komplex. Aber genau das motiviert mich. Ich will, dass die Versicherten – auch Freunde und Bekannte – ihre Situation mit Blick auf die Vorsorge besser verstehen. Und ich möchte das Vertrauen in die Pensionskassen stärken. Das hat in letzter Zeit etwas gelitten. 

Was macht ein Leiter Kundenberatung Versicherte?

Ich bin seit knapp zwei Jahren bei der blpk, habe aber den Eindruck, ich sei bereits seit Ewigkeiten dabei. Ein schönes Gefühl. 

Ich führe ein Team von sieben Mitarbeitenden. In dieser Rolle – und auch sonst – stehen Werte wie Respekt und Ehrlichkeit für mich im Vordergrund. Diese Werte haben mir meine Eltern vorgelebt. Parallel zur Führungsrolle arbeite ich in strategischen Projekten mit. In der ganzen Branche bewegt sich aktuell sehr viel. Zum Beispiel stecken wir viel Zeit und Arbeit in die Digitalisierung der Prozesse, und wir bauen das so- genannte Kundenerlebnis aus. Ja, ich packe gerne mit an. Ich möchte auch meine Mitarbeitenden motivieren, will sie weiterbringen – sie und die blpk als Ganzes.

«Ich möchte auch meine Mitarbeitenden motivieren, will sie weiterbringen. »

- Patrick Güngerich

In der Kundenberatung sind wir Dienstleister für unsere Versicherten. Die Kundin soll sich ernst genommen fühlen. Sie soll spüren: Wenn sie sich bei uns meldet, hat sie keine Service-Hotline am Apparat. Sie wird persönlich betreut, hat eine Ansprechperson, am Telefon, per Mail oder am Schalter.

Betreut von A bis Z

Das Kundenerlebnis, die Customer Journey, ist in meinen Augen sehr wichtig. Customer Journey heisst: Wir wollen die Versicherten von A bis Z betreuen, über eine lange Zeit. Nach der Ausbildung kommen sie vielleicht zum ersten Mal mit einer Pensionskasse in Berührung. Früher mussten Interessenten eine Risikoprüfung machen. Ist er oder sie gesund? Das war sehr aufwendig. Diesen Aufnahmeprozess gestalten wir nun kürzer und transparenter. 

«In allen Dingen machen wir es unseren Versicherten so einfach wie möglich, auch im schriftlichen Austausch. »

- Patrick Güngerich

Eine Heirat oder eine Scheidung kann ebenfalls ein Kontaktpunkt mit der Pensionskasse sein. Auch hier nehmen wir die Kundinnen und Kunden an die Hand. Vielleicht hat jemand den Wunsch nach Wohneigentum. Kann er wirklich sein gesamtes Altersguthaben von uns beziehen? Was braucht er dazu? Wir geben Antworten. In allen Dingen machen wir es unseren Versicherten so einfach wie möglich, auch im schriftlichen Austausch. Dazu gehört: So gut es geht, vermeiden wir Fachbegriffe. Alle Unterlagen sollen klar und verständlich sein.

Ein typischer Tag

Ich bin meist bereits sehr früh im Büro. Das ist für mich ein Ritual. Denn ich schätze die Ruhe, ohne Meetings aber natürlich mit einer grossen Tasse Kaffee. Später kommen die Meetings, folgt die Arbeit an Projekten. Dazwischen verbringe ich möglichst viel Zeit mit meinen Mitarbeitenden. Ich bin für sie da, für Fragen, Anliegen Probleme oder auch mal für private Geschichten. 

Was mir am Tag am besten gefällt? Der Austausch mit Menschen, geschäftlich und privat. Die blpk ist sehr familiär. Ich kam aus einer grossen Sammelstiftung, hatte mit internationalen Firmen zu tun. Hier in Liestal schätze ich gerade den familiären Umgang. 

Jeder Tag ist anders. Von unseren Versicherten erhalten wir täglich spannende Anfragen. Manchmal lässt das Gesetz keinen Spielraum für unsere Antwort. Manchmal braucht es aber auch eine individuelle Lösung. Das fesselt mich an der beruflichen Vorsorge: Es geht bei uns nicht nur nach Schema F!

Was berührt dich emotional?

In einer Pensionskasse geht es immer um Menschen, wir versichern Risiken wie Invalidität und Tod. Deshalb werden wir Zeugen von Schicksalsschlägen. Wenn etwa jemand anruft und sagt: Gestern ist unerwartet mein Vater verstorben. Oder wenn Kindern etwas passiert, das geht mir besonders nahe. 

Klar, gegen solche Schicksalsschläge können wir nichts ausrichten, aber vielleicht können wir ein klein wenig helfen. Wir sind da, ansprechbar. Wir kennen die Menschen nicht. Und dennoch ist es nach solchen Tagen nicht einfach, am Abend nach Hause zu gehen und das Geschehene wirklich im Büro zu lassen. Es gibt andererseits auch besonders schöne Momente – wenn sich Versicherte zum Beispiel für den aus ihrer Sicht grossartigen Service bedanken. 

Wann ist dein Arbeitstag rund? Und wann eher schwer?

Rund und gelungen ist er, wenn ich meine Mitarbeitenden so unterstützen kann, wie sie es brauchen. Und wenn unsere Versicherten die Beratung erhalten, die sie wünschen. Auf diesem Weg spiegle ich mich selbst: Was hast du heute gemacht? Konntest du jemanden unterstützen? Eine Lösung für ein Problem finden? 

Schwierig wird es, wenn ich eine schlechte Nachricht überbringen muss. Ein Kunde hatte ein Anliegen, ich konnte seinen Wunsch aber nicht erfüllen.

«Meine Freunde und ich, wir waren ständig auf dem Platz. »

- Patrick Güngerich

Was machst du auf dem Fussballplatz?

Neben der Arbeit spielt der Sport eine grosse Rolle in meinem Leben. Mindestens zweimal pro Woche gehe ich über Mittag ins Gym. Und später zum Fussball. Mit acht Jahren habe ich mit Fussballspielen angefangen; meine Freunde und ich, wir waren ständig auf dem Platz. Heute bin ich leidenschaftlicher Juniorentrainer, auch wegen meiner Söhne. Viele Kinder würden gerne Fussball spielen, doch es gibt zu wenig Angebote. Alle Vereine in der Gegend haben Wartelisten. Als Vater blieb mir nur zu sagen: Ich habe immer gespielt, jetzt gebe ich mein Wissen an die Kinder und Jugendlichen weiter. 

Juniorentrainer mit Leidenschaft: Patrick Güngerich

Dreimal pro Woche gebe ich abends Fussballtraining. Am Samstag oder am Sonntag ist ein Spiel oder ein Turnier. Die Belastung ist tatsächlich hoch. Aber ich bekomme von den Kindern auch viel zurück. Meine Söhne sind elf und acht. Ich hatte das grosse Glück, dass ich sie beide nacheinander trainieren durfte. Das fanden sie cool. Selbst nach einem intensiven Spiel am Wochenende kommt bestimmt einer von ihnen und sagt: Komm, Papa, wir spielen noch eine Runde! Ich bin nun seit vier Jahren Trainer. Ich geniesse jeden Moment, um den Kindern und Jugendlichen die Freude am Sport zu vermitteln.