Engagement

Engagement: Der aktive Dialog mit Unternehmen

Als aktive Investorin üben wir über den SVVK-ASIR, dem Schweizer Verein für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen, Druck auf Unternehmen aus, die z. B. Menschenrechts- oder Umweltstandards verletzen. Dafür haben wir ein sehr wirksames Mittel, das sogenannte Engagement (engl.), also ein gezielter Dialog mit diesen Unternehmen.

Die blpk ist seit 2019 Mitglied beim  SVVK-ASIR. Gemeinsam mit anderen institutionellen Anlegern bündeln wir unsere Aktionärsrechte. So treten wir mit geeinter Stimme auf – und verleihen dem Dialog mit Unternehmen mehr Gewicht. 

 

Das Engagement-Verfahren des SVVK-ASIR

Ein Engagement-Verfahren besteht aus drei Schritten: Screening, Dialog und Ausschluss

Screening

Einmal im Halbjahr untersuchen wir unsere Investitionen in Aktien- und Obligationen auf sogenannte ESG- Kontroversen. Wir schauen: Missachtet ein Unternehmen die Gebote der Nachhaltigkeit? Verstösst es schwerwiegend und systematisch gegen Schweizer Gesetze oder internationale Normen und Konventionen?

Dialog

Bei gravierenden Verstössen suchen wir den gezielten Dialog mit dem Unternehmen. Der Prozess kann längere Zeit dauern – so lange, bis das Unternehmen die Missstände zu unserer Zufriedenheit beseitigt hat. In der Regel leiten zwei spezialisierte externe Partner des SVVK-ASIR diesen Dialog (Robeco und Sustainalytics). Sie haben ein grosses internationales Netzwerk.  In besonderen Fällen beteiligen sich die Mitglieder des SVVK-ASIR auch direkt an der Auseinandersetzung.

Ausschluss

Was passiert, wenn der direkte Dialog mit einem als problematisch eingestuften Unternehmen nicht die gewünschte Verbesserung bringt? In dem Fall wird der SVVK-ASIR das Unternehmen zu einem letzten Dialog auffordern. Hilft das nicht, kann das Gremium der Vereinsmitglieder eine Ausschlussempfehlung für das Unternehmen aussprechen. Die Ausschlussliste des SVVK-ASIR wird laufend aktualisiert. Die blpk übernimmt diese in der Regel.

Engagement ist der stille Hebel, mit dem Investoren Unternehmen in Bewegung setzen.

Fabrizio Di Bauda
Nachhaltigkeitsspezialist, Stv. Leiter Anlagen

Unser Ziel ist, dass Unternehmen, in die wir investieren, weltweit anerkannte Standards einhalten. Diese Standards orientieren sich an den Empfehlungen der Vereinten Nationen und der OECD. Auch die Schweiz unterstützt diese Standards.

Bei schweren, systematischen Verstössen (zum Beispiel gegen Menschenrechte, Arbeitsrechte, Umweltstandards oder im Bereich Korruption) suchen wir das direkte Gespräch. Hier finden Sie eine Auflistung der Unternehmen, mit denen wir im Rahmen des Global Standards Engagements im Dialog stehen.

 

Dieses Engagement-Verfahren ist branchenübergreifend und fokussiert sich auf den Klima- und Umweltschutz, den Erhalt von Biodiversität sowie die Erhöhung der Datenqualität bei indirekten Immobilienanlagen.

Der Schutz von Ökosystemen ist ein zentraler Aspekt des thematischen Engagements. Es geht hierbei unter anderem um die Reduktion von Abholzung, den Schutz der Meere und den unkontrollierten oder illegalen Einsatz von gefährlichen Chemikalien.

Wir erwarten von allen Unternehmen, dass sie konkret auf das Pariser Klimaabkommen hinarbeiten, also ihren CO₂-Ausstoss verringern sowie Risiken des Klimawandels und des Verlusts von Ökosystemen offenlegen. Dafür müssen die Unternehmen einige Voraussetzungen erfüllen, insbesondere: klimarelevante Ziele definieren, Strategien zur Erreichung dieser Ziele erarbeiten und umsetzen, entsprechende Ressourcen bereitstellen, für eine klimakompetente Führung sorgen und transparent über ihre Fortschritte berichten.

Weitere Informationen finden Sie hier: Klima-Engagement, Biodiversitäts-Engagement

 

Die meisten Engagement-Dialoge führen wir mit Unternehmen dieser Branchen: Versorgung, Metalle und Bergbau, Fossile Energieträger, Nahrungsmittelindustrie. Unternehmen aus diesen Geschäftsfeldern haben häufiger Geschäftspraktiken, die zu Umweltschäden oder zur Verletzung von Menschenrechten führen.

Wir wissen natürlich: Solche Engagement-Verfahren mit Unternehmen führen selten zu raschen Veränderungen. Der Prozess ist zweitaufwendig. Es braucht oftmals viele Gesprächsrunden, bis wir ein zufriedenstellendes Ergebnis erreichen. Doch zahlreiche neuere Studien zeigen: Der aktive Dialog und die Nutzung der Stimmrechte durch Investierende sind die bisher wirksamsten Massnahmen einer ESG-Strategie.