Ausschlüsse

Nachhaltig investieren – mit klaren Grenzen

Wir investieren nachhaltig und übernehmen Verantwortung. Deshalb schliessen wir bestimmte Unternehmen aus, deren Geschäftstätigkeit nicht mit unseren Werten vereinbar ist. Dazu gehören Unternehmen, die Umwelt oder Gesellschaft erheblich schädigen oder gegen internationale Abkommen verstossen. Klare Ausschlusskriterien helfen uns dabei. So schützen wir nicht nur unser Portfolio, sondern auch die Zukunft unserer Versicherten.

Eine Übersicht über alle Unternehmen, welche wir aktuell ausschliessen, finden Sie in unserer  Ausschlussliste.

Wie gehen wir vor?

Wir bewerten jedes Geschäftsfeld individuell, denn die Risiken für Umwelt, Gesellschaft und unser Portfolio sind unterschiedlich. Je grösser die negativen Auswirkungen, desto konsequenter schliessen wir Unternehmen aus.

Unsere Ausschlusskriterien im Überblick

Unternehmen, die gegen internationale Abkommen verstossen, kommen für uns nicht infrage.

In einigen Fällen setzen wir Grenzen: Wir schließen Unternehmen erst aus, wenn sie einen bestimmten Anteil ihres Umsatzes mit kritischen Geschäftsfeldern erzielen. So vermeiden wir, dass Firmen ausgeschlossen werden, die ausserhalb des kritischen Geschäftsfelds viel Geld in die Entwicklung oder Produktion nachhaltiger Lösungen investieren.

Unternehmen mit besonders schlechten Nachhaltigkeits- und Governance -Werten haben keinen Platz in unserem Portfolio. Dazu zählen:

  • Firmen mit einem unterdurchschnittlichen ESG-Score.
  • Unternehmen, deren Governance-Bewertung zu den schlechtesten 25 % der Branche gehört.
  • Gesellschaften, die nachweislich schwerwiegende Verstöße begangen haben.

Wir prüfen jedes dieser Kriterien einzeln. Manchmal reicht ein einzelner Verstoß für den Ausschluss, manchmal sind es mehrere.

 

Warum schliessen wir genau diese Geschäftsfelder aus?

 

Fossile Energieträger – eine Belastung für Umwelt und Klima

Kohle, Erdöl und Erdgas sind nachweislich die Haupttreiber des Klimawandels. Ihre Förderung und Nutzung verursacht hohe CO₂-Emissionen und schädigt Ökosysteme dauerhaft. Deshalb setzen wir klare Ausschlusskriterien für Unternehmen in diesen Bereichen.

Kohle

Die Verbrennung von Kohle stößt besonders viel CO₂ aus und zerstört durch ihren Abbau im Tagebau wertvolle Natur- und Lebensräume. Wir schließen deshalb Unternehmen aus, die mehr als 5 % ihres Umsatzes mit Kohleabbau oder -verstromung erzielen. Für eine möglichst breite Abdeckung wenden wir zusätzlich die Global Coal Exit List von Urgewald an.

Erdgas und Erdöl

  • Unkonventionelle Förderung wie Fracking ist sehr umweltschädlich und birgt Risiken für das Trinkwasser. Deshalb schließen wir Unternehmen aus, die mehr als 10 % ihres Umsatzes mit einer Aktivität wie Fracking erzielen.
  • Konventionelle Förderung wird nach unserem Laggards-Ansatz bewertet. Unternehmen, die als Nachzügler gelten oder nachweislich in sehr schwere Kontroversen verwickelt sind, kommen nicht in unser Portfolio.

 

FAQ Fossile Energiequellen

Wir wählen Energieunternehmen nach klaren Nachhaltigkeitskriterien aus, statt den gesamten fossilen Sektor auszuschließen. Unser Fokus liegt darauf, wo die größten Umweltschäden entstehen – Unternehmen mit besonders schädlichen Praktiken, wie Kohleabbau oder Fracking, kommen für uns nicht infrage.

Beim Laggards-Ansatz haben wir untersucht, welche Faktoren ein gutes Nachhaltigkeitsprofil eines Unternehmens am besten widerspiegeln. Dabei zeigt sich, dass eine gute Unternehmensführung (Governance-Score) oft mit nachhaltigeren Strategien einhergeht. Deshalb berücksichtigen wir nicht nur den Umsatzanteil aus fossilen (konventionellen) Energiequellen, sondern legen Wert auf eine verantwortungsvolle Unternehmensführung als langfristigen Hebel für positive Veränderungen. Der Übergang (englisch «transition») von fossilen hin zu erneuerbaren Energien erfolgt nicht von heute auf morgen. Es braucht Zeit, bis bestehende Technologien verbessert oder neue entwickelt sind. Und es braucht Unternehmen, die diesen Übergang finanzieren oder Lösungen in dem Bereich anbieten. Der Energiesektor investiert viel in diese Transition. Und das unterstützen wir.

Waffen – Investitionen mit besonderer Verantwortung

Waffen spielen eine Rolle in der Sicherheitspolitik, sei es für die Selbstverteidigung von Staaten oder Individuen oder den privaten Gebrauch in einem kontrollierten Rahmen. Wir erkennen das Recht souveräner Staaten auf Selbstverteidigung an und sehen den verantwortungsvollen Einsatz ziviler Waffen als unproblematisch. Doch Waffen, die unverhältnismäßiges Leid verursachen oder gegen internationale Abkommen verstoßen, haben keinen Platz in unserem Portfolio. Deshalb schließen wir bestimmte Kategorien konsequent aus.

Geächtete und nukleare Waffen

Wir investieren nicht in Unternehmen, die chemische, biologische oder nukleare Waffen sowie Streumunition und Anti-Personenminen herstellen oder vertreiben. Diese Waffen haben verheerende Auswirkungen auf die Zivilbevölkerung und sind darum durch internationale Abkommen stark reglementiert oder verboten.

 

Zivile und konventionelle Waffen

Konventionelle Waffen werden von Polizei und Militär eingesetzt. Zivile Waffen dienen dem privaten Gebrauch, etwa für Jagd, Sportschießen oder Selbstverteidigung. In den meisten Ländern sind sie genehmigungspflichtig. Wichtig ist uns jedoch, dass bei Produktion und Vertrieb dieser Waffen internationale Normen und Gesetze eingehalten werden. Unternehmen, die dagegen verstoßen oder in unserem Laggards-Ansatz schlecht abschneiden, schließen wir aus unserem Portfolio aus.

 

FAQ - Investitionen in Waffen & Rüstung

Investitionen in geächtete Waffen sind grundsätzlich ausgeschlossen. Bei Investitionen in konventionelle Waffen gehen wir differenzierter vor. Wir folgen zudem den Ausschlussempfehlungen des Schweizerischen Vereins für verantwortungsbewusste Kapitalanlagen (SVVK) und ergänzen diese mit unseren eigenen, zusätzlichen Ausschlusskriterien.

Streumunition, Antipersonenminen, chemische und nukleare Waffen gelten als geächtet. Gemäss unseren Ausschlusskriterien sind Investitionen in diese Bereiche konsequent aus dem Anlageuniversum ausgeschlossen.

Unternehmen, die konventionelle militärische oder zivile Ausrüstung herstellen oder liefern, sind nicht grundsätzlich ausgeschlossen, unterliegen aber einer strengen ESG-Prüfung. Wir schliessen Unternehmen aus dem Rüstungs- und Waffensektor aus, wenn diese aus Nachhaltigkeitsperspektive als Nachzügler (sog. Laggards) gelten. Dies sind:

·         Unternehmen, die eine unterdurchschnittliche Nachhaltigkeitsbewertung aufweisen

·         Unternehmen mit einer besonders schlechten Unternehmensführung

·         Unternehmen, die zu Recht besonders schwerer Verfehlungen beschuldigt werden

Der Einsatz ziviler und militärischer Waffen im Rahmen klarer, internationaler Vorgaben ist aus unserer Sicht legitim. Wir sprechen uns nicht für ein generelles Verbot von Waffen aus, denn wir respektieren das Recht souveräner Staaten auf Selbstverteidigung. Entscheidend ist aber: Bei der Produktion und beim Vertrieb von Waffen müssen internationale Normen und Gesetze eingehalten werden. Unternehmen, die diese Standards missachten oder sich gemäss unserem Laggards-Ansatz nicht für eine Investition qualifizieren, schliessen wir konsequent aus unserem Anlageuniversum aus.

Ende 2024 standen 719 Unternehmen auf der Ausschlussliste der blpk – mit Schwerpunkt auf kontroversen Geschäftsfeldern wie Waffen, fossilen Brennstoffen und Gentechnik. Eine Übersicht über die aktuell ausgeschlossenen Unternehmen finden Sie in unserer Ausschlussliste.

Wir haben die Auswirkungen der Ausschlüsse auf das Rendite-Risiko-Profil geprüft und festgestellt: Sie sind vertretbar.

Mathias Koller
Leiter Anlagen und Mitglied der Geschäftsleitung

Gentechnisch modifizierte Organismen

Gentechnisch modifizierte Organismen (GMO) enthalten im Labor verändertes Erbgut, das so in der Natur nicht vorkommt. Während genveränderte Tiere vor allem in der Forschung eingesetzt werden, spielen GMO-Pflanzen eine große Rolle in der Lebensmittelproduktion.

GMO für Landwirtschaft oder Nahrungsmittel

Die langfristigen Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Umwelt sind unserer Meinung nach noch nicht ausreichend erforscht. Besonders in der Landwirtschaft bergen GMO Risiken:

•  Sie fördern Monokulturen, die Bauern in Abhängigkeit bringen.

•  Sie können Insektenpopulationen schädigen und so das ökologische Gleichgewicht stören.

Deshalb schließen wir Unternehmen aus, die mehr als 5 % ihres Umsatzes mit gentechnisch veränderten Organismen in der Landwirtschaft oder Nahrungsmittelproduktion erwirtschaften.

Unsere Ausschlusskriterien bei Fonds und Direktanlagen

Unsere oben genannten Ausschlusskriterien gelten für alle unsere direkten Investitionen in Aktien und Obligationen. Bei Kollektivanlagen (Fonds) setzen wir auf den Best-Effort-Ansatz: Wir wählen Fonds, die unseren Ausschlussrichtlinien so nahe wie möglich kommen und hohe Nachhaltigkeitsstandards erfüllen.